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Dr. Isabel Rohner

Dr. Isabel Rohner

Persönlich

Ich kann mich noch erinnern, als Frauen nicht wählen durften.

Wenn ich das in Deutschland erzähle, werde ich meistens irritiert angeschaut. „So alt ist die doch noch gar nicht!“

Nein, bin ich nicht. Aber ich bin Schweizerin. Ich war zehn Jahre alt, als eine einzige Frau in Appenzell Innerrhoden aufstand und sich für ihre Bürgerinnenrechte durch die Instanzen klagte. Denn Appenzell verwehrte den Frauen das Wahlrecht auf kantonaler Ebene - obwohl die Schweizerinnen auf Bundesebene seit 1971 wahlberechtigt waren.

Die frauenverachtende, hämische Berichterstattung habe ich bis heute nicht vergessen: „Muss Frauen wirklich wählen können?“ „Können Frauen das überhaupt?“

Theresia Rohner (nicht verwandt), die Heldin von Appenzell, zahlte einen hohen Preis für ihren Kampf. Sie wurde bedroht, die Scheiben ihres Laden eingeschmissen. Ihre Töchter mussten mit Polizeischutz zur Schule.

Seitdem bin ich Feministin.

Egal, worum es geht: Ich frage mich immer als Erstes, was es für Frauen bedeutet. Und zwar konkret.

Seitdem interessiere ich mich feurig für die Geschichte der Demokratie. Zu den Demokratiejubiläen „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in Deutschland und „50 Jahre Frauenstimmrecht“ in der Schweiz habe ich jeweils tolle Sammelbände konzipiert und herausgegeben – der Schweizer Band stand mehrere Wochen auf der Sachbuchbestsellerliste.

In Zürich und Köln habe ich Germanistik, Philosophie und Romanistik studiert. Dabei bin ich auch auf die Werke von Hedwig Dohm (1831-1919) gestoßen. Hedwig Dohm ist zweifellos mein Vorbild: durch ihre Vielseitigkeit, ihre messerscharfen Analysen, ihren Humor und ihr Rückgrat, für Mädchen und Frauen einzustehen.

Über Dohm habe ich auch promoviert, zudem eine Biografie veröffentlicht („Spuren ins Jetzt“). Zusammen mit der Historikerin Nikola Müller gebe ich die Edition Hedwig Dohm heraus, bringe Dohm auf die Bühne und wir engagieren uns für ihre Sichtbarkeit im öffentlichen Raum: Straßen, Wege, Plätze, Schulen, Kitas in ganz Deutschland tragen dank uns bereits Dohms Namen.

Seit 2020 mache ich zusammen mit Politphilosophin Regula Stämpfli „Die Podcastin“. Bis heute über 250 Folgen Feminismus aufs Ohr. 2025 haben wir dafür den Frauenheldinnenpreis bekommen.

Ach ja, und ich schreibe Romane. Unterhaltsame. Oder wie Marija Bakker vom WDR mal sagte:  "Hier trifft die spitze, feministische Feder mitten in den patriarchalen Speck."

 

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